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Schneider Stein & Partner

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Wie finde ich eine gute Rechtsanwaltskanzlei?

Für jemanden, der einen kompetenten Rechtsanwalt sucht, ist es oft schwer, die richtige Wahl zu treffen. So, wie es für einen Juristen zum Beispiel schwer ist, im Bedarfsfall einen kompetenten Arzt zu wählen, ist es für viele Menschen ein Problem, sich für einen Rechtsanwalt zu entscheiden.

I. Woran erkenne ich eine gute Anwaltskanzlei?

Es gibt Menschen, die ihren Arzt oder ihren Rechtsanwalt ausschließlich nach Sympathie wählen. Zwar gibt es in Rechtsgebieten wie zum Beilspiel dem Prüfungsrecht aufgrund der emotional sehr belastenden Situation selbstverständlich erhöhten Redebedarf, jedoch kommt es letztlich nahezu ausschließlich auf die fachliche Kompetenz des Anwalts an. Sollte er zusätzlich sympathisch sein, ist es umso besser. In rechtlichen Auseinandersetzungen geht es aber zunächst primär um juristische Argumentation. Sie benötigen einen Strategen, mit dem Sie gewinnen können.

Natürlich gibt es keine mathematische Formel, um die richtige Rechtsanwaltskanzlei für das gewünschte Rechtsgebiet zu finden. Es gibt aber zumindest Indizien, anhand derer ein guter Anwalt erkannt werden kann.

1. Publikationen und Dozententätigkeit

Ein wichtiges Indiz für die Kompetenz einer Rechtsanwaltkanzlei ist eine qualitativ hochwertige Publikationsliste. Haben Rechtsanwälte in renommierten juristischen Fachverlagen umfangreich publiziert, wurden die Publikationen vor deren Veröffentlichung von verschiedenen Fachleuten geprüft. Bei Publikationen kommt es einerseits auf die Verlage und andererseits auf Umfang und Qualität der einzelnen Publikation an. Haben Rechtsanwälte mehrere umfangreiche Bücher und lange Aufsätze in Fachverlagen veröffentlicht, ist dies etwas anderes, als die Veröffentlichung kurzer Werke bei zweifelhaften Verlagen.

Ähnlich verhält es sich bei Dozententätigkeiten. Die Bezeichnungen Dozent und Repetitor sind nicht geschützt. Sind Rechtsanwälte aber umfangreich bei großen Anbietern an mehreren Standorten als Dozenten bzw. Repetitoren tätig gewesen oder tätig, spricht dies dafür, dass sie die notwendigen theoretischen Fachkenntnisse haben. Anders verhält es sich bei Rechtsanwälten, die lediglich Vorträge in der eigenen Kanzlei halten oder bei kleinen Anbietern tätig sind.

2. Repetitoren

Insbesondere Repetitoren versuchen häufig, sich zum Beispiel mit Kenntnissen im Prüfungsrecht zu brüsten. Mag ein Repetitor theoretische Kenntnisse im jeweiligen Fachgebiet haben, bedeutet das nicht, dass er praxistauglich arbeiten kann und sich Zeit für die Mandate nimmt. Gerade im Prüfungsrecht ist es immer wieder zu beobachten, dass sich Strafrechtler oder Zivilrechtler als Spezialisten für Prüfungsrecht verkaufen. Prüfungsrechtliche Verfahren sind bis auf sehr wenige Ausnahmen bei sehr wenigen privaten Hochschulen öffentliche-rechtliche Verfahren, in denen Repetitoren für Zivilrecht oder für Strafrecht – wenngleich Strafrecht eine kleine Untergruppe des öffentlichen Rechts ist – nichts zu suchen haben. Das gilt umso mehr, wenn sie als Anwälte noch ihre eigentlichen Rechtsgebiete bearbeiten. Umgekehrt hat sich ein Spezialist für Öffentliches Recht natürlich aus dem Zivilrecht und dem Strafrecht herauszuhalten und wird diesbezüglich in Prüfungsverfahren auf Fachgutachter zurückgreifen.

3. Spezialisierung

Achten Sie auf die Spezialisierung eines Rechtsanwalts. Ein Rechtsanwalt, der alle Rechtsbereiche abdeckt, beherrscht meist keinen Rechtsbereich richtig. Wenn ein Strafrechtler und ein Zivilrechtler sich in das Prüfungsrecht oder in das Verfassungsrecht oder sonstige Bereiche des öffentlichen Rechts wagen bzw. ein Rechtsanwalt für öffentliches Recht Mandate im Familienrecht oder Gesellschaftsrecht bearbeitet, ist das nicht sachdienlich. Auch innerhalb der Bereiche Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht sollte der Rechtsanwalt auf einige Untergebiete spezialisiert sein.

4. Qualifikation des Rechtsanwalts

Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Qualifikation einer Rechtsanwaltskanzlei. Dazu gehört selbstverständlich auch die wissenschaftliche Qualifikation. Insbesondere im Prüfungsrecht und bei Studienplatzklagen oder sehr komplizierten Rechtsfragen benötigen Sie einen Rechtsanwalt, der Lösungen entwickelt, auf die andere nicht kommen. Ist ein Rechtsanwalt für Prüfungsrecht zum Beispiel der Auffassung, dass eine wissenschaftliche Diskussion nicht in den Gerichtssaal verlagert werden könne, liegt er falsch oder behauptet dies, weil ihm die Expertise fehlt.

a) Akademische Grade

Seine Examina hat jeder Rechtsanwalt bestanden – der eine besser, der andere schlechter. Zur Filterung der Qualität können akademische Grade hilfreich sein.

aa) Master (LL.M.)
Ein Mastertitel (LL.M.) ist zwar ein akademischer Grad, jedoch ist er im juristischen Bereich nur begrenzt aussagekräftig, weil die Anforderungen für die Zulassung zu einer Masterarbeit nicht sehr hoch sind. Ein Mastertitel zeigt aber immerhin, dass sich ein Jurist einmal intensiver mit einem Thema beschäftigt hat.

bb) Doktor der Rechtswissenschaften
Viel aussagekräftiger ist der Doktortitel. Eine Doktorarbeit darf in Deutschland im Regelfall nur schreiben, wer in den Examina gewisse Vorleistungen erbracht hat. Doktortitel ist aber nicht gleich Doktortitel. Sie sollten den Rechtsanwalt im Zweifel fragen, wo er promoviert worden ist – ob in Deutschland an einer öffentlich-rechtlichen Universität im Bereich Rechtswissenschaft oder anderswo. Der juristische Doktortitel einer deutschen Universität ist ein Indiz dafür, dass der Anwalt eine gewisse Qualifikation hat. Weicht der Rechtsanwalt aus, spricht dies dafür, dass es sich um einen „minderwertigen“ Doktortitel handelt.

cc) Professur
Der Professorentitel ist bei weitem nicht so aussagekräftig wie der Doktortitel. Rechtlich ist der Professorentitel anders als der Doktortitel nicht einmal Bestandteil des Namens. Er ist lediglich eine Amtsbezeichnung bzw. eine Benennung. Während der Doktortitel im Bereich Rechtswissenschaften in Deutschland stets eine wissenschaftliche Doktorarbeit voraussetzt, liegt dem Professorentitel in den meisten Fällen keine wissenschaftliche Arbeit mehr zugrunde. Es gibt mittlerweile sogar Professoren, die nicht einmal eine Doktorarbeit geschrieben haben.

Aussagekräftig ist eine Professur, wenn es sich um eine Universitätsprofessur handelt, der eine Habilitationsschrift zu Grund liegt. Diese Professoren nennen sich in der Regel „Universitätsprofessor habil.“. Habilitierte Professoren haben sich wissenschaftlich ausgezeichnet.

Handelt es sich bei der Professur um eine solche einer sonstigen öffentlichen Hochschule oder Akademie, ist der Professor zwar regelmäßig nicht habilitiert, aber zumindest verbeamtet. Dies ist ein Indiz dafür, dass er zumindest ordentliche Examina abgelegt hat. Universitätsprofessoren und verbeamtete Professoren dürfen in Deutschland berufsrechtlich allerdings grundsätzlich nicht als Rechtsanwälte tätig sein. Unter anderem aus diesem Grund gab zum Beispiel Rechtsanwalt Dr. Heinze seine Professur zu Gunsten der Anwaltstätigkeit auf.

Professuren an privaten Hochschulen haben in Wissenschaftskreisen geringe Bedeutung, es sei denn, es handelt sich um einen habilitierten Professor wie zum Beispiel an der Bucerius Law School. Da diverse Ausbildungsberufe mittlerweile zu Studiengängen mutiert sind, damit deutsche Bildungsstatistiken geschönt werden können, gibt es naturgemäß eine Vielzahl privater Hochschulen mit dazu gehörigen Professuren, die wissenschaftlich ohne Aussagekraft sind.

Kaum aussagekräftig sind auch Honorarprofessuren, da sie häufig auf merkwürdig anmutenden Wegen vergeben werden – oft zum Beispiel an finanzielle Förderer einer privaten Hochschule.

Professoren an privaten Hochschulen und Honorarprofessoren dürfen zwar als Rechtsanwälte tätig sein, jedoch sind ihre Professorentitel in der Regel kein Indiz für eine fachliche Qualifikation. Ebenso fragwürdig sind einige ausländische Professorentitel deutscher Rechtsanwälte. Fragen Sie den jeweiligen Rechtsanwalt einfach, woher er seinen Professorentitel hat und um welche Art der Professur es sich handelt. An der Reaktion des Rechtsanwalts werden Sie sehen, was davon zu halten ist.

Bei Rechtsanwälten mit Professorentitel ist die Aussagekraft der Professur nach alledem allenfalls marginal.

b) Fachanwalt und Fortbildungszertifikate

Der Fachanwaltstitel ist ein Indiz dafür, dass der Rechtsanwalt auf dem jeweiligen Gebiet praktische Erfahrung und eine gewisse Anzahl von Fällen bearbeitet hat. Eine Qualitätsgarantie ist der Fachanwaltstitel nicht. Allerdings ist neben einer theoretischen Prüfung eine bestimmte Anzahl bearbeiteter Fälle notwendig, um den Fachanwaltstitel führen zu dürfen – ebenso eine regelmäßige Fortbildung.

Sonstige anwaltliche Qualitätssiegel sind aufgrund ihrer geringen Anforderungen kaum ernst zu nehmen und eher ein Marketinginstrument.

5. Internetbewertungen

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, uns im Internet bewerten zu lassen. Das liegt nicht daran, dass wir die Bewertung unserer Arbeit scheuen – im Gegenteil. Wir verwehren uns aber gegen die Vorgehensweise, mittels derer Bewertungen im Internet manipuliert werden. Mittlerweile werden für gute Internetbewertungen für hohe Geldbeträge gezahlt, so dass sich einige Marktbewerber geradezu einen Wettkampf darin liefern, möglichst viele gute Bewertungen einzukaufen. Hinzu kommt, dass die Bewertungen auf Portalen wie „anwalt.de“, auf denen wir auch vertreten sind, von den Rechtsanwälten gesteuert werden können. Für eine Bewertung auf „anwalt.de“ werden nämlich im Vorfeld Bewertungskarten mit Zugangsdaten vergeben. Diese Bewertungskarten kann der Rechtsanwalt gezielt vergeben.

Wir haben uns aufgrund dieses Gebarens am Markt dazu entschlossen, Internetbewertungen grundsätzlich auszuschalten und anstatt dessen interne Qualitätskontrollen durchzuführen. Außerdem lassen wir unsere Erfolge und die damit verbundenen Empfehlungen für uns sprechen, die von zufriedenen Mandanten aus allen Bereichen der Gesellschaft wie zum Beispiel Ärzten und Lehrern sowie von Professoren, Richtern, Anwaltskollegen, Notaren und Steuerberatern, die wir ausgebildet oder beraten haben, ausgesprochen werden.

6. Kanzleiräume

Repräsentative Kanzleiräume haben eine gewisse Aussagekraft. Eine moderne und professionelle Kanzleistruktur zeugt davon, dass ein Rechtsanwalt sich organisieren kann. Eine gute Kanzleistruktur zeigt, dass ein größerer Apparat auf Ihrer Seite für Ihr Recht kämpft und die Kanzlei einen gewissen Namen hat. Das ist gegenüber Behörden und Gerichten nicht zu unterschätzen. Wenn ein Rechtsanwalt seine Kanzlei gut und repräsentativ organisiert, liegt es nahe, dass er auch Ihr Mandat strukturiert angeht.

7. Keine Schein-Zweigstellen und so genannte AStA-Vertrauensanwälte

Es gibt einige Kollegen, die Schein-Zweigstellen errichten, um eine Größe zu suggerieren, die nicht vorhanden ist. Häufig finden Sie bei derartigen Zweigstellen vor Ort ein Gebäude vor, in dem die Kanzlei zur Erlangung einer Adresse vor Ort ein kleines Zimmer in einem allgemeinen edel anmutenden Großkomplex gemietet hat. Echte Zweigstellen bedeuten, dass sich vor Ort ein solider und eingespielter Kanzleibetrieb befindet. Ein Fake-Büro, in dem keine strikte Organisationsstruktur besteht, kann die Versäumung entscheidender Fristen bereits in sich bergen. Vergewissern Sie sich, dass in Ihrem Büro vor Ort kontinuierlich ein Rechtsanwalt und ein Sekretariat vor Ort sind. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf irreführende Werbung. Erklärt Ihnen ein Rechtsanwalt, dass er in einem anderen Bundesland ebenso viele Mandate betreut wie an seinem Hauptsitz, sollten Sie sich fragen, wie viele das sind. Es könnte auch sein, dass er als Rechtsanwalt in jedem Bundesland nur zwei Mandate betreut, weil ihm aufgrund wissenschaftlicher Qualifikation die Mandantschaft fehlt.

Es gibt einige Kollegen, die ihre Beratung als AStA-Vertrauensanwälte kostenlos bzw. sehr günstig anbieten. Inwieweit mit kostenlosen oder billigen Angeboten in Kombination mit einer Vertrauensstellung werbende Rechtsanwälte fachlich qualifiziert sind, mag jeder potentielle Mandant selbst kritisch prüfen.

8. Kosten

Sollten Ihnen von einem Rechtsanwalt kostenlose Beratungs-Hotlines oder kostenlose Erstberatungen angeboten werden, sollten Sie stutzig werden. Soweit es um die erste Anfrage zu grundsätzlichen Informationen ein etwaiges Mandatsverhältnis geht, ist ein Gespräch selbstverständlich bei jedem Rechtsanwalt kostenlos. Das ist auch in Ordnung. Es gibt allerdings immer wieder Kollegen, die durch vermeintliche Billigangebote bzw. kostenlose inhaltliche Beratungen locken. In der Regel sind dies Indizien dafür, dass ein Rechtsanwalt es nötig hat, seine Arbeit kostenlos anzubieten - zum Beispiel, weil es ihm an Fachkompetenz fehlt. Für uns hat eine Erstberatung auch eine Filterfunktion, denn eine kompetente Rechtsberatung kann nicht kostenlos erfolgen. Gute Arbeit benötigt Zeit und ist somit nicht billig. Selbstverständlich ist es einem Rechtsanwalt möglich, eine Mandatsbearbeitung günstig anzubieten und inhaltliche Abstriche zu machen. Gute Schriftsätze und juristische Lösungen, auf die andere Rechtsanwälte mangels Kreativität bzw. Fachkompetenz nicht kommen, möchte ein guter Anwalt angemessen vergütet haben. Wenn Ihnen eine Angelegenheit wichtig ist, müssen Sie für sich selbst entscheiden, ob Sie mit einem sicheren Mercedes oder in einem alten Daihatsu reisen wollen. Qualität ist nicht billig.

II. Zusammenfassung

Zusammenfassend gibt es folgende Indizien, aus denen sich die Kompetenz einer Rechtsanwaltskanzlei ableiten lässt:

- Autorentätigkeit: Bücher und lange Aufsätze in renommierten Wissenschaftsverlagen
- Doktortitel einer deutschen Universität im Bereich Rechtswissenschaften
- Dozententätigkeit bei großen Anbietern juristischer Ausbildungskurse als Indiz für theoretische Kenntnisse
- Fachanwalt als Indiz für praktische Erfahrung
- Bereichsspezifische Spezialisierung

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